Die Geschichte zur Entstehung der Welt

 

In den Büchern der Alten Schriften steht geschrieben:

 

Am Anfang war das Nichts.
Die beiden Ur-Götter Emphis und Nura waren Gegenstücke im Nichts. Ihre natürlichen Interaktionen und der gegenseitige Austausch von Licht und Dunkelheit erzeugte eine anhaltende Bindung zwischen ihnen. Inmitten dieser Leere aus dem Nichts setzte Nura ein permanent gleißendes Licht, das den Namen Anhár* trug, das sowohl Wärme als auch Helligkeit der allgegenwärtigen Kälte und Dunkelheit entgegenbrachte. Emphis musste angesichts dessen für einen Ausgleich sorgen, um das Gleichgewicht beider Mächte in Einklang zu bringen. Und so ließ er eine unsichtbare Kraft um Anhár fließen, die den positiven Effekten begrenzt Einhalt gebot. Emphis nannte diese Kraft Anhúr*.

 

„Anhár“ steht für Veränderung und das Sein, während „Anhúr“ für Stasis und das Nicht-Sein steht.

 

(*das „h“ ist stumm und wird nicht gesprochen)

 

Das andauernde Kräftemessen beider Ur-Götter und ihrer Mächte zog ein unvorhersehbares Ereignis nach sich: Nicht weit von Anhár festigte sich versehentlich eine Masse aus Gesteinsschmelze, die sich durch die Eiseskälte Anhúrs abkühlte und einen unbewohnten, aber fruchtbaren Planeten hervorbrachte. Athela** ward geboren.

 

(**Auch „ a I“ genannt: „Ich bin“, „Ich werde sein“)

 

Emphis sah sich im Nachteil und sorgte sich um das Gleichgewicht ihrer Natur. Er*** sandte zwei Geistwesen auf diese Welt – die Agnatar – mit dem Ziel, Athela zu zerstören, um so für den Ausgleich zu sorgen. Nura missfiel Emphis’ Vorgehen und sandte ebenso hüllenlose Gestalten hinunter, fünf an der Zahl: die Alduin.

 

(*** die Alten teilten Nura und Emphis Geschlechter zu, um sie besser deuten zu können)

 

Nachdem die Agnatar und die Alduin die Welt betraten, befassten sie sich damit, das Gesicht Athelas zu vollenden, wobei beide ihre Kräfte für ihren vorbestimmten Zweck einsetzten: Die Alduin verschönerten Athela, die Agnatar hingegen zerstörten ihre Werke. Landschaften und Konstruktionen wurden dem Erdboden gleichgemacht, verbrannte Erde wiederum durch fruchtbare ersetzt. Die Zeit der Entstehung und Veränderung hatte somit begonnen: das Jahr Null vor dem Ersten Zeitalter.

 

Aus reiner Bosheit strahlten die Agnatar voller Kraft Feuer und Hitze aus, was Leben zu Asche verbrannte. Man sagt, Athela weinte salzige Tränen ob des Verlustes und so bildeten sich Spalten und Risse. Die Tränen wurden zum Ozean und seine Risse erschufen neue Bäche und Flüsse. Der Kampf zwischen den Geistwesen dauerte eine Ewigkeit. Die Alduin versuchten alles zu ersetzen, was die Agnatar zerstört hatten und die Welt Athela flüsterte zu ihnen und gab alle Wunden preis.

 

Die Geistwesen jedoch befassten sich zu sehr und zu lange mit der Schöpfung Athelas und nahmen dadurch mit der Zeit eine physische Gestalt an. Dies schwächte die Ur-Götter und sie verloren die Kontrolle über ihre Gesandten. Nura entschied somit, dem ein Ende zu setzen. Sie lockte die nun fast transformierten Geistwesen an einen Punkt und zündete eine riesige Energieexplosion, die die Agnatar und Alduin auslöschte. Nuras Tat glich jedoch nicht ihrer Natur, so dass sich ein Phänomen freisetzte, das bis heute noch teilweise unerforscht ist: Eine Art Astralenergie breitete sich aus und durchdrang alles, was tot oder lebendig war. Im Laufe der Zeit gab die Wächterin Selûmil dieser unbekannten Energie den Namen „Magie“ und sie ist seither Bestandteil unserer heutigen Welt.

 

Um sich fortan nicht mehr gegenseitig zu schwächen, hielten sich Nura und Emphis künftig heraus. Sie einigten sich darauf, vier Wächter unterschiedlichem Blute nach Athela zu senden: Timtai, Goron, Maen und Selûmil.

Das Ankommen der Wächter auf Athela nennen die Alten „Das Sementum“.

 

Dies war die Geburtsstunde der Menschen, Zwerge, Elben und den Macar – die Jahre der Saat. Ebenso gedieh Flora und Fauna belebten die Welt. Der Tag- und Nachtzyklus setzte ein und das Klima ordnete sich auch den weltlichen Gefügen. Noch heute nennen wir den leuchtenden Himmelskörper am Horizont am Tage Anhár und in der Nacht Anhúr.

 

Die Wächter:

 

Timtai (männlich) – Menschen

Goron (männlich) – Zwerge

Aena (weiblich) – Elben

Selûmil (weiblich) – Macar

 

  • Geschrieben von Seya, Hüterin der Alten Schriften.

Worte zu Goron

„Die Geschöpfe [Zwerge] meiner Kunst leben nur aus meinem Gestein, sie bewegen sich, wenn ich gedenke, sie zu bewegen, und wenn mein Gedanke anderswo verweilt, stehen sie still.“

 

Goron ist sowohl der Schöpfer der Zwerge als auch der Herr über Rohstoffe der Erde und der Schmiedekunst. Als Schmied und Meister aller Handwerke gehört er zu den maßgeblichen Gestaltern Athelas, ebenso erbaute er auch alle Gebirge, die tiefe Schatten in die Welt werfen. Und weil es an Licht fehlte, erschuf Goron auf Bitten der anderen Wächter die zwei Himmelskörper Anhár und Anhúr, um Athela seit nun frühen Tagen zu erhellen.

 

In der Zwergensprache Kalik wird Goron „Dûr“ genannt, was so viel wie „Vater“ heißt.

 

Worte zu Timtai

Der Wächter und Schöpfer der Menschen ließ seine Kinder mit dem ersten Sonnenlicht der Anhár erwachen. Er war ebenso der König der Wächter. Timtai stand den Ur-Göttern Nura und Emphis am nächsten und verstand ihr Willen am besten.

Timtais Aufmerksamkeit galt auch der Fruchtbarkeit der Böden Athelas, damit Felder, Äcker, Flora und Fauna gedeihen konnten – er erhielt so denn den Beinamen „Herr der Leben“. Sein Thron stand auf dem Gipfel des Montequais, von wo er die ganze Welt erblicken konnte. Wenn er auf seinem Thron saß und hinausblickte, konnte er mit dem Silír, dem Auge der Weitsicht, weiter als alle anderen blicken, durch Nebel und Dunkelheit und über das weite Meer.

Er war es auch, der insgeheim Goron und Maen befehligte, die Machenschaften von Selûmil zu beobachten, da sie sich intensiv mit der unbekannten Energie befasste, die seit der Energieexplosion Athela durchdrang. Allerdings begriffen die Wächter das Wesen von Böse nicht und ließen Selûmils Handeln geschehen, was viel später zum Ersten Krieg zwischen Macar, den bis dahin plötzlich auftauchenden Dunkelelben und den anderen Völkern führte. Mit dem Beginn des Krieges brach zugleich das Erste Zeitalter an.

 

Worte zu Aena

Aena, die Elbin, wurde von ihren Kindern zum Anbruch der Nacht, wenn die Sterne sich aufzeigen, besungen. Heutzutage fällt der Name in vielen Gedichten und Liedern, die jedoch nur noch zu besonderen Anlässen vorgetragen werden.

Aena war wunderschön und man sagt ihr nach, sie hatte ein besonderes Verhältnis zu Selûmil gehalten – wie besonders dieser Beziehung war, lässt sich nicht genau sagen. Jedoch vermuten wir eine liebevolle und intime Bindung zwischen beiden Wächterinnen.

 

Die Sterne über Athela wurden von Aena aus den silbernen Blüten des Silberbaumes geschaffen, der prachtvoll und wunderschön in ihrem Garten stand. Und durch diese Tat erhielt sie den Beinamen „Die Sternenkönigin“.

 

Worte zu Selûmil

Großes Interesse hatte Selûmil an der unbekannten Energie, die ganz Athela seit der Zerstörung der Geistwesen durchdrang. Sie war von großem Verlangen erfüllt, Dinge zu schaffen, die ihren eigenen Vorstellungen entstammten.

 

Sie war die aufrührerische Wächterin, die sich aus Selbstsucht und Herrschaftsdrang aus den gemeinsamen Zielen aller Wächter zurückzog und eigene Pläne schmiedete. Selbst wollte sie sogar die Erstgeborenen der anderen Wächter aus Neid unterjochen, weil ihre eigenen Sprösslinge, die Macar, nicht vollkommen waren. Und als sie merkte, dass allein die Elben ihren Kindern mindestens ebenbürtig waren, verschwand Selûmil gekränkt in Dunkelheit und Schatten. In Einsamkeit und von Missachtung gegenüber ihren Geschwistern erfüllt, experimentierte sie mit der noch unbekannten Energie – die Magie – intensiver als die anderen Wächter es für nötig hielten. Ihre Macar vernachlässigte sie stattdessen.

 

Mit der Zeit wurde sie von Neid und Hass zerfressen. Ihr Wesen wurde gnadenlos und tyrannisch. Aus ihrer einstigen Weisheit wurde List. Ohne sich zu schämen, wurde sie zu einer Lügnerin, um sich alles, was ihr nützen konnte, gefügig zu machen. Ihre Schöpfungskraft verausgabte sie für Zerstörung, Verzerrung und Nachahmung. Auch die Lebewesen, die sie im Verborgenen erschuf, ahmte sie nur Schaffungen anderer nach, insbesondere die von Aena. Legenden zufolge, die bis heute nicht nachgewiesen werden können, soll Selûmil eine intime Bindung zu ihrer Wächter-Schwester Aena gehabt haben, um an die Geheimnisse der Elben heranzukommen und so im Feuer ihres Hasses und in den tiefen Höhlen der Welt die Dunkelelben hervorbrachte.

 

Die Macar erbauten im Ersten Zeitalter in der Nähe der Stadt Duh’Ghauk einen Tempel, in dem Opfer auch heutzutage zu Ehren ihrer einstigen Schöpferin noch verbrannt werden. Allerdings schwüren die Dunkelelben ihre Treue ihren zukünftigen Hexern und hatten sich den alten Sagen ihrer vermeintlichen Schöpferin losgesagt.

 

In Duh’Ghauk, mitten im Lande Asna, steht noch immer der Silberbaum Aenas, matt und blattlos, verweilt er neben dem Opfertempel, um die Schöpferin Aena zu verspotten.

 

Dies sind die knappen Worte zur Entstehung der Welt Athela und ihren Schöpfern. Und so prächtig und edel die Erscheinungen der Wächter waren, waren sie doch nur ein Schleier von ihrer Schönheit und Macht. Und wenig ist hier gesagt von all dem, was die Erstgeborenen einst wussten, und dies wäre ein Nichts, gemessen an dem wahren Sein der Wächter, das in Sphären und Alter weit jenseits  unseres Denkens zurückreicht.

  • Geschrieben von Akil, Wortbringer der Alten Schriften.
Entstehung der Welt Athela durch Nura und Emphis

♦Die Timeline♦

Vor Beginn des Ersten Zeitalters: 

 

Die Zeit der Entstehung und Veränderung: Die Agnatar und die Alduin formen Athela.

 

Das Sementum oder Die Jahre der Saat: Das Ankommen der Wächter auf Athela und die Geburtsstunde der Menschen, Elben, Zwerge und Macar.

 

Der Erste Große Krieg: Aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen mit der Magie innerhalb des Magierordens kommt es zu Uneinigkeiten. Der Orden zerbricht und löst somit den ersten Krieg auf Athela aus.

Das Erste Zeitalter beginnt.

I. Zeitalter

75. - 100. Jahr: Die Dunkelelben-Chronik I - Sammlung I & II

1115. Jahr: Die Dunkelelben-Chronik I - Sammlung III

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